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NEUES unter KREISVERBÄNDE - FREIBURG!

- 2018 -

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Schiller Evi wurde im Dezember 90
Drei Marienfeiertage sind Eckpunkte in ihrem Lebenskalender/ Lichtmess’ und Erinnerungen an das Ende der Russlanddeportation

Erzählt Evi Schiller, geborene Loris, aus ihrem ereignisreichen langen Leben, so sind drei Marienfeiertage die Eckpunkte der Biographie: Am 8. Dezember - Maria Empfängnis - wurde sie in Jahrmarkt geboren, am 2. Februar 1945, an Maria Lichtmess, trat die 17jährige als eine der jüngsten unter den 453 Frauen und Mädchen aus Jahrmarkt ihren Arbeits-Zwangsaufenthalt in der Sowjetunion an, am 25. März 1947 stand sie mit gepacktem Koffer beim letzten Lagerappel vor der lang ersehnten Heimreise. Es war am Festtag Maria Verkündigung.

Nach zwei Jahren und einem Monat verließ an jenem Tag ein langer Güterzug mit Zwangsarbeitern - vorwiegend aus Rumänien, darunter eine größere Gruppe Jahrmarkter Frauen und Männer aus den Lagern Iljanowka und Nowotroijzk - das Donezk-Becken über Polen in unbekannte Richtung.

Beim letzten Zählappel hatte der „Politruk“ („politischer“ Offizier, oft übergeordneter Geheimdienstangehöriger) des Lagers Iljanowka vor den Versammelten u. a. etwas erklärt, was man ihm erfahrungsgemäß wieder nicht recht glauben wollte: „Sie fahren jetzt nicht nach Hause nach Rumänien, jetzt nach dem Krieg, muss jede Nation in ihr Land. Sie fahren jetzt nach Deutschland“. Als die Heimkehrer merkten, dass die Bahnfahrt nicht über die Karpaten-Ukraine oder Ungarn ging, sondern durch Polen, fragten sich viele, ob die Mitteilung nicht doch stimmen könnte. Ankunft war dann, wie für viele entlassene Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, Frankfurt/Oder, damals Grenzstadt der sowjetischen Besatzungszone.

Kurz nach der Ankunft in der überlaufenen Stadt folgte für die meisten die Verteilung in Quarantänelager in größeren Ortschaften der Umgebung, meist solche mit Krankenhäusern und früheren Kasernen, die zur Erstaufnahme und Untersuchungen sowie Behandlungen von Unterernährten und Kranken genutzt wurden. Identifizierte Entlassungsscheine („Spravka“) aus diesem Transport tragen als Frankfurter Ausstellungsdatum den 9. April 1947.

Ein unvergessenes Erlebnis für die damals noch nicht 20jährige Evi: Noch direkt im Lager in Löbau suchte ein älteres Ehepaar aus der Gegend, das durch den Krieg kinderlos geworden war, unter den Heimkehrern ein Mädchen zwecks Adoption. Die Wahl fiel überraschend auf die junge Evi. Sie lehnte ab, denn sie „hatte ja Eltern zu Hause“ und überhaupt wollte sie nach Jahrmarkt zurück.

Nach der Quarantäne von 2-3 Wochen bzw. je nach Gesundheitszustand erfolgte eine weitere Verteilung zu Bauern in den Dörfern der Umgebung. Über Löbau gelangte Evi Loris mit noch vier Jahrmarkterinnen zur Landarbeit nach Bernstadt, eine evangelische Kleinstadt mit einer kleinen katholischen Kirche, eher wie eine Kapelle. Die war etwa fünf Kilometer vom Ort entfernt. Da gingen sie gelegentlich hin, die vier „Mädchen“ (Loris Liss, Pesche Evi, die Jubilarin, Schneider Liss, Tischlers Liss), die alle mit Familiennamen Loris hießen, und die Kumaus Elisabeth. Sie arbeiteten auf Bauernhöfen, erledigten alles was angefallen ist und getan werden musste. Für Essen und Wohnen. Die Häuser waren ungewohnt weit entfernt voneinander im Vergleich zu den Banater Dorfanalgen. In der Gegend waren bereits Flüchtlinge aus Schlesien einquartiert, erzählte Evi, verheiratete Schiller, kurz vor ihrem Geburtstag in Augsburg. Im Gemeindeamt Bernstadt war auch ein Flüchtling aus Schlesien tätig, der ihnen „falsche“ Papiere ausstellte für die Bahnfahrt. Unglücklich waren damit die Bauern, die jetzt in der Erntezeit im Stich gelassen wurden. Am 1. Juni verließ die Frauengruppe das Städtchen. Sie fuhren nach Dresden, wo sie im Bahnhof die erste Nacht verbrachten. Die vier „Loris-Mäd“ hatten eine gemeinsame Fahrerlaubnis zu einer Beerdigung, nur Kumaus hatte einen eigenen Schein. Von Dresden ging es über viele Umwege Richtung Passau und von dort nach Wien, wo es damals ein rumänisches Konsulat gab. Alle meldeten sich dort und sie wurden für die Heimreise registriert. Es wurden Akten angelegt, die in irgendwelchen Archiven sicherlich zu finden wären, wie im Bestand der Zentralkommission für die Repatriierung, die es in Rumänien bis Ende der 50ger Jahre gab. Beim Eingang ins Konsulat begegnete Evi Loris ihren Namensvetter Sebastian Loris (Hauptgasse, Spitznamen Lesevreins Bastl), den sie sofort erkannte. Bastl und Landsmann Josef Ferch suchten und fanden Arbeit, heirateten und blieben in Österreich bis zum Lebensende. Evi arbeitete auch eine Zeit in Wien, hatte eine gute Stelle und überlegte daher zu bleiben. Dann kamen aber die Briefe von der Mutter, die ihre Tochter in Jahrmarkt haben wollte…

Bis zum 90. Geburtstag einschließlich, den Eva Schiller in ihrer Wohnung in der Augsburger Tunnel-Str. begangen hat, war die Rentnerin selbständig. Seither machen ihr die Folgen eines Schlaganfalls zu schaffen und eine Betreuung im Sankt Anton-Heim in Augsburg wurde nötig. Über Jahrmarkt und die Deportation in die Sowjetunion ist aber nichts vergessen.
Luzian Geier

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Eva Loris, ein Jahr vor der Deportation



Februar-Erinnerungen
Mit dem Russland-Bündel direkt ins Gefängnis“
Eine Jahrmarkterin im berüchtigten Frauengefängnis Targsor

Mit dem Russland-Bündel direkt ins Gefängnis.“ So schilderte mir kürzlich der Sohn Peter, 60, das überraschende und enttäuschende Empfangs-Erlebnis seiner Mutter in Rumänien nach der „Heimkehr“ aus der sowjetischen Deportation Ende 1950.

Im Unterschied zu den meisten anderen Landsleuten hatte sie („für Nix“, kommentierte der Sohn) statt fünf fast sechs Jahre im Raum Stalino (Makejewka, Bergwerk Trudowskaja, Stalino) gearbeitet bzw. ungewöhnlich zuletzt1950 auch in einem Arbeitslager in Minsk (Weißrussland). Das weil sie angeblich als Heimkehrziel Deutschland angegeben hatte, nicht das Herkunftsland Rumänien. Sie wollte über Deutschland zu ihrem Ehemann nach England und ließ sich nicht mit Rumänien-Transporten entlassen. Ob die Tatsache dabei eine Rolle gespielt hat, dass Katharina Klein (verh. Wagner) ein Jahrzehnt der Zwischenkriegszeit in den USA verlebt und dort die Volksschule besucht hatte, ist nicht nachvollziehbar. Angeblich, so berichtete Frau Wagner damals, forderte Rumänien 1949-1950 seine Staatsbürger zurück.

Als Begründung für die unmittelbare Festnahme und Verhaftung in Rumänien wurde den Betroffenen mitgeteilt, dass es sich um die „Klärung“ der Personalien handle. Dass dies fast drei Monate im berüchtigten Frauengefängnis Targsor bei Ploiesti dauerte, ist eine andere, nicht ganz geklärte Sache. Viel berichtet hat die Mutter (gestorben im pfälzischen Lingenfeld 1998) den beiden Söhnen über diese Internierung nicht.

Aus der zugänglichen Personal-Akte Nr. 1716 des „Untersuchungsgefängnisses“ Targsor (Nou) vom 19. Dezember 1950 – laut Akte der 31. Geburtstag der Heimkehrerin – geht das Internierungsdatum genau hervor, ganz unten wird auf der Vorderseite als „Endgültige Entlassung“ der 21. Februar 1951 angegeben laut Beschluss der „Zentralen Repatriierungskommission“ Nr. 5078/51. Das richtige Geburtsdatum war jedoch der 16. Dezember.

Der Entlassungsschein aus der Sowjetunion ist nicht erhalten, hingegen eine Kopie des Scheines, der von der (militärischen) Zentralen Repatriierungskommission ausgefolgt wurde (Nr. 746 vom 21. Februar 1951), eine befristet gültige Bestätigung zur Anmeldung bei der Milizdienststelle im Heimatort Jahrmarkt. Dieses Dokument hätte laut Aufdruck bei der Anmeldung (bestätigt in Jahrmarkt mit dem Datum 24. Februar 1951) von der Miliz eingezogen und archiviert werden müssen.

Im Unterschied zu den üblichen Personal-Strafakten trägt die Rückseite des Dokuments erklärlicherweise keine Vermerke bis auf Stempel und Unterschriften des zuständigen Beamten sowie die Handschrift „Wagner K.“ und ihren Fingerabdruck.

Interessant für uns heute sind die zusätzlichen Personaldaten, die damals als relevant auf der Personalakte festgehalten wurden. So zum sozialen Status bzw. zum Beruf (Ehemann Tischler, sie Hausfrau, Eltern Landwirte), zur Vermögenslage (30 Joch Ackerland, ein Haus mit drei Zimmern), Schulbildung (sieben Volksschulklassen) und zu politischer bzw. Parteizugehörigkeit (hier keine). Alle Personalakten-Vordrucke stellten zudem Standardfragen zur Personenerkennung und zu besonderen Merkmalen.

Frau Wagner erzählte, dass es sich 1950 um einen ganzen Transport gehandelt hat, darunter viele Banater, Siebenbürger und auch Bukowiner. Eine unter ihnen, Ida Bodnar aus Radautz, ebenfalls im Dezember 1950 aus der Deportation und nach der Internierung in Targsor am 21. Februar 1951 entlassen, erklärte u. a. zur Ankunft in Rumänien: „… da hat man uns sehr schlecht aufgenommen. … Die haben uns hier wie Kriminelle behandelt.“

Die im Fall Wagner ungewollte Entlassung nach Rumänien brachte die Familie Wagner weiterhin in schwierige Situationen, weil die Ausreise der Frau mit ihrem 1943 geborenen Sohn Helmut – sie war deshalb angeblich nicht auf der Liste der Personen, die deportiert werden sollten - nicht erlaubt wurde. Dass führte dazu, dass der Ehemann und Vater 1955 aus England nach Jahrmarkt zurückkehrte. 1958 wurde Sohn Peter geboren. Trotzdem wollten die „Hannesse-Tischtler“ aus der Altgasse, wie man die Familie im Dorf besser kannte, nach Deutschland „auswandern“. Das wurde ein neues Abenteuer. Der jüngste Sohn Peter ging 1981 das große Risiko ein, einen Bulgarien-Sommerurlaub für die Flucht in die Türkei zu nutzen, wo er bis zur Erledigung der Papiere zwei Monate in einem Flüchtlingslager leben musste. Er hatte dann das Glück nach Deutschland zu seinem Klein-Onkel nach Osthofen zu gelangen. Von dort kämpfte er für die „Zusammenführung“ der Familie. Für die inzwischen verwitwete Mutter und den Bruder hat er viel Loskaufgeld bezahlt, bis sie endlich 1987 in die Bundesrepublik ausreisen durften.
Luzian Geier

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Ausschnitt mit den Vermerken auf der Rückseite der Personal-Strafakte
mit dem Fingerabdruck und der eigenhändigen Unterschrift von Frau Wagner K. 1950.

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Vordruck (Ausschnitt, Vorderseite) der „provisorischen Bestätigung“,
die von der (militärischen) Zentralen Repatriierungskommission
am 21. Februar 1951 für Katharina Wagner aus Jahrmarkt ausgestellt wurde.



Gedenken zum Todestag von Bischof Sebastian Kräuter

Am Montag, den 29. Januar 2018, jährt sich zum 10. Mal der Todestag unseres im Herrn entschlafenen Oberhirten seligen Gedenkens S.E. Sebastian Kräuter. An diesem Gedenktag wird in der Domkirche zum Hl. Georg, die Kathedrale des Bistums Temeswar, um 18.00 Uhr, eine Hl. Messe mit Requiem für das Seelenheil des verstorbenen Banater Bischofs gefeiert. Auch die Jahrmarkter Heimatortsgemeinschaft denkt in Dankbarkeit und Respekt an diesem Tag an einen Seelsorger, der wie kein anderer unseren Glauben geprägt hat.

Es leben noch viele Menschen, die ihn verehren und so bleibt er für uns Jahrmarkter eine feste Größe in der Geschichte unseres Dorfes, mit allen menschlichen Höhen und Tiefen. Wir verneigen uns vor seiner Leistung. Der Herr schenke ihm die ewige Ruhe!
Helene Eichinger, HOG Vorsitzende

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Bischof Sebastian Kräuter

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Abschied im Temeswarer Dom

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Beisetzung in der Krypta

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Vor der Kirche und auf dem oberen Friedhof

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Jahrmarkter Gruppe vor unserer Kirche


Aufzeichnung in Jahrmarkt
Von Magdalena Tassinger

Aufzeichnung in Jahrmarkt
"Segne du Maria"

Radiobericht zum Tode von Bischof Kräuter
(auf Rumänisch)



Requiem in Temeswar

Am Montag, den 29. Januar 2018, um 18.00 Uhr, fand in der Domkirche zu Temeswar eine feierliche Heilige Messe mit Requiem für das Seelenheil des vor 10 Jahren verstorbenen Bischofs Sebastian Kräuter statt. Die Gedenkfeier wurde vom Domherr Nikola Laus, Kanzleidirektor des Bistums Temeswar zusammen mit Domherr Tamásko Péter-Pál, Domherr Adalbert Jäger (Pfarrer in Temeswar VI Fratelia) und Präbendar Zoltán Toman (Kaplan in Temeswar I innere Stadt) zelebriert. Nach dem Seelenamt wurde auch die Domgruft besucht, wo Gebete in der Stille gebetet wurden. Anwesend waren auch die Temeswarer Franziskanerinnen von der Memorandului-Straße, die Altbischof Kräuter treu und liebevoll in seinen letzten Jahren gepflegt haben.

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Temeswarer Dom und der Mond
Foto von Adrian Chifu




Magdalena Eichinger wird 88 Jahre alt
18. Januar 2018


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Gedenken an die Deportation am 14. Januar 1945

Kinderschicksal durch Russlanddeportation

Immer am Anfang des Jahres, am 14. Januar, erinnern sich unzählige alte Menschen aus dem Banat, aber auch deren Nachkommen an eine unvergesslich schwere Zeit, die der Deportation.

Die Schwestern Elisabeth Goschy und Anna Loris, geb. Kronenberger, verloren 1944 im Krieg ihren Vater.

Der Schmerz wurde noch unerträglicher, als im Januar 1945 die Mutter deportiert wurde.

Wie viele andere Kinder fanden die Mädchen, Elisabeth 5 Jahre alt und Anna 4 Jahre, Unterkunft bei den Großeltern mütterlicher Seite auf dem Geisshügel.

Die Mutter arbeitete in Krivoi Rog in einer Grube und hatte kurz vor der Entlassung ein tödliches Grubenunglück. Für die Heimfahrt hatte sie als Mitbringsel für die Kinder eine schwarze Handtasche und Schokolade eingekauft. Der Koffer mit den Habseligkeiten der Mutter wurde den Großeltern und den Kindern übergeben. Auch ein Foto vom Grab der Mutter gibt es noch. So blieben zwei Kinder Vollwaisen bis ins heiratsfähige Alter bei den Großeltern.

Wie viel Leid den Kindern, Eltern und Großeltern zugefügt wurde, kann man heute nur schwer nachempfinden. Das Schicksal wurde angenommen und aus dieser Generation sind trotz allem Menschen hervorgegangen, die das Leben gemeistert haben, der Gemeinschaft, dem Glauben und der Tradition treu geblieben sind, wie Elisabeth Goschy die uns an ihren Erinnerungen teilhaben lies.

Helene Eichinger

„Fangen wir mit Neujahr an…“
Erinnerungen an Jahrmarkt

Von Elisabeth Goschy, geb. Kronenberger (Jahrgang 1940)/ 1. Teil


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Besuch bei Goschy's: Kinder, Helmut Goschy, Elfriede Berger, Schoppches Vetter und Sternbauer aus Amerika.



Gedenkfeier an die Russland-Deportation im Januar 1945
Nürnberg, 13. Januar 2018
Quelle: Hans Eichinger auf Facebook

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Dreikönig 2018



Neujahr 2018



Jahrmarkter Friedhöfe und Totengedenkbuch
Aufruf zur Mitarbeit an einer Dokumentation

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Oberer Friedhof

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Kreuzwegstation auf dem oberen Friedhof und Kreuz auf der Barons-Gruft

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Unterer Friedhof

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Kreuzwegstation auf dem unteren Friedhof

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Die Vorstandsmitglieder der Heimatgemeinde Jahrmarkt und einige Beisitzer planen ein neues Gemeinschaftsvorhaben. Es geht vor allem darum, die zwei Friedhöfe für die Nachkommen zu dokumentieren. Unwiederbringliches verschwindet auf den Ruheorten der Toten, auf dem Gottesacker, wie der Friedhof oft bezeichnet wird. Die meisten Menschen sehen das als selbstverständlich und als eine unabwendbare Spätfolge der Nachkriegsereignisse.

Der Wandel ist auch auf diesen geweihten Stätten nicht aufzuhalten. Wir glauben nicht, dass in dieser Gemeinde in nächster Zeit die Friedhöfe als denkmalgeschützt erhalten werden. Im Gegenteil. Die in Deutschland und anderen vorwiegend katholischen EU-Ländern üblichen Vorschriften zur Grabauflösung nach einer bestimmten Anzahl von Jahren bzw. bei nicht Bezahlen der Friedhofsgebühren werden sich im Banat gegen die altösterreichische Familiengrabregelung durchsetzen, insbesondere dort, wo es sich nicht um separate konfessionelle Friedhöfe handelt oder eine nicht geklärte Situation entstanden ist wie in Jahrmarkt. Es handelte sich in Jahrmarkt immer um zwei, auch besitzrechtlich, katholische Friedhöfe seit ihrer Weihe, beim älteren, dem unteren Friedhof, immerhin seit Mai 1777!

Besonders nach der Wende wurden die Jahrmarkter konfessionellen katholischen Friedhöfe stillschweigend zu allgemeinen, kommunalen Friedhöfen. Das liegt in Jahrmarkt daran, dass es früher keinen eigenen getrennten orthodoxen Friedhof gab.

Die Vorschriften (Satzungen) der Temeswarer katholischen Diözese (neueste Friedhofsordnung 2002) gehen über die zuständige Pfarrei in Dumbravita/Ujszentes auch in diese Richtung. Diese Regelungen (besonders Absatz 7) sehen keine befriedigend-konkrete, verpflichtende Hinweise oder Anleitungen vor, wie beispielsweise mit Grabsteinen umzugehen ist, die erhaltenswert sind, zumal es in mehreren ehemals Banater schwäbischen Orten noch Grabsteine aus der Zeit der Einwanderung gibt. Wie der Schutz dieser Grabmäler über das Ordinariat gewährleistet werden soll und kann, ist schwer nachzuvollziehen. Nur in wenigen Orten sind in diesem Sinne schon vor Jahren Eigeninitiativen entwickelt worden (z. Bsp. Bakowa). Jahrmarkt zählte nicht dazu. In Jahrmarkt ist der älteste Sandgrabstein auf dem oberen Friedhof vor etlichen Jahren spurlos verschwunden.

Daher hat der Vorstand der Heimatgemeinschaft an zwei Dinge als längerfristiges nächstes Vorhaben gedacht: Zuerst eine Bestandsaufnahme der Jetzt-Situation vorzunehmen, Bilder und Text (Inschriften, Lagebestimmung) dazu; darauf gestützt danach eine Veröffentlichung aller Grabsteine mit kurzen „Grabgeschichten“, soweit es möglich ist. Diese Kurztexte sollen sich vorwiegend auf das jeweilige Familiengrab beziehen, auf das Grabmal mit den Inschriften und die darin Beigesetzten, wie auch auf die, die nur durch Inschriften verewigt worden sind, die dort nicht beerdigt werden konnten.

Wir wollen die Toten ruhen lassen! Nicht das Erinnern an Schmerz, Trauer oder Wunden des Lebens sind Ziel des Buches, sondern das Festhalten von „Familienfäden“ in die Zukunft für die, die nach uns kommen und es nicht mehr tun können, die unsere Friedhöfe so wie sie waren oder heute sind nicht mehr sehen werden. Denn mit dem Heimgang der Erlebnisgeneration werden immer mehr Gräber samt Grabsteinen an die heutigen Ortsbewohner abgegeben, die sich über Jahre mit den Angehörigen der Verstorbenen in Deutschland einvernehmlich um die Grabpflege gekümmert haben. Das Buch soll als Identität stiftende Dokumentation weiterführend berichten von dem, was unsere Friedhöfe außer Ruhestätte für unsere Gemeinschaft waren: Stumme Zeugen, aber offene Geschichtsbücher, in denen gelesen werden konnte.

Altes Anliegen

Die Absicht ist nicht ganz neu, nur die Art und Weise. Bereits 1993 haben der damalige Vorsitzende Hans Frombach und Luzian Geier vor Ort eine Fotodokumentation angelegt mit allen Grabsteinen der Landsleute, die in fremder Erde ruhen infolge der beiden Weltkriege und der Deportation in die Sowjetunion. Als dann die ersten Dörfer Bücher über ihre Friedhöfe herausbrachten – Lowrin, Orzydorf, Kowatschi, Sackelhausen, Andres, Sanktmartin etc. (zuletzt 2017 Triebswetter und Großsanktnikolaus mit einem Internet-Auftritt) – wurden auch von Jahrmarkter Landsleuten derartige Überlegungen angestellt. Sie scheiterten jedoch schon vor einigen Jahren am Preis allein für die Fotodokumentation, der vor Ort gefordert wurde. Eine ehrenamtliche Mannschaft zur Erstellung der Dokumentation, wie in anderen Dörfern, kam noch nicht zustande.

Es soll nun ein neuer Anlauf genommen werden für eine vollständige Dokumentation, immerhin etwa 1000 Grabsteine auf dem oberen und 900 auf dem unteren Friedhof. Den Fotos soll, wie erwähnt, eine Beschreibung beigefügt werden.

Während die Foto-Dokumentation eine Arbeit für das Archiv der Gemeinschaft sein soll, wird die erwähnte Publikation geplant, in die all jene Gräber/Grabsteine aufgenommen werden, zu denen es keine Einwände gibt. Die Autoren wollen, dass die Nachfahren selbst oder Bekannte, wo es möglich ist, zu den Gräbern etwas Persönliches schreiben und die Verbindung machen zu den Nachkommen in Deutschland. Manche alte Grabsteine werden oder können nur ohne Text aufgenommen werden. Jeder Grabstelle bzw. jedem Familiengrab soll im Buch ein-zwei Seiten mit Bild und Text gewidmet sein, für Familiengruppen auch entsprechend zwei-drei Seiten. Als Vorlage wurden dazu bereits zwei Dutzend Textentwürfe verfasst, die auf Wunsch allen im Vorfeld zur Verfügung gestellt werden können.

Noch gibt es keinen Beschluss des Vorstandes zu diesen Vorhaben, auch keine Kostenaufstellungen oder ausführliche Vorschläge zu den Arbeitsetappen. Diese Ideen zum Projekt sollen zuerst auf die Homepage der Gemeinschaft gestellt und in der Banater Post veröffentlicht werden, um Anregungen, Stellungnahmen und weitere machbare Vorstellungen einzubringen für die folgende Sitzung des Vorstandes, der mit einem Beschluss dann die Verantwortung für die Art der Durchführung übernimmt. Es soll eine Gedenkschrift als Erinnerung an die ehemalige Heimat werden, zugleich ein umfassendes Toten-Gedenkbuch und ein weiterer Baustein zu der immer noch ausstehenden Ortschronik bzw. zu einem Jahrmarkter Heimatbuch. Nach dem Ortssippenbuch mit den Belegen zu den Anfängen, zur Ansiedlung und zu den Herkunftsorten, den Gassenbüchern als Spiegel des Alltagslebens in der Gemeinde soll sich der Kreis mit der Friedhofs-Dokumentation über den einstigen Heimatdorf im Banat schließen, der in seiner Hoch-Zeit rund 5000 deutsche Einwohner zählte.

Es geht daher der Aufruf an die Erlebnisgeneration, Bildmaterial und Texte zum Friedhof und den Familiengräbern dem Vorstand zur Verfügung zu stellen. Wenn erwünscht, wird zum Text gerne Hilfestellung geleistet. Desgleichen bitten wir bis Jahresende um Mitteilung, wenn Familien die Grabsteine lieber ohne Text oder nicht im Buch veröffentlicht haben wollen. Erfolgt keine Rückmeldung, wird das als Zustimmung gewertet. Vorbestellungen für das geplante Buch wären sinnvoll und sind erwünscht, damit eine Auflagenhöhe leichter festgelegt werden kann.

Luzian Geier

Beispiele für das geplante Buch der Friedhofs-Dokumentation:

RSWNH
Zur näheren Ansicht bitte anklicken!


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Tulpen

Ergänzung der Spenderliste für die Jahrmarkter Kirche

Junc Nikolaus und Renate, 100 Euro
Bild Josef und Hedwig, 50 Euro
Katharina Scheuer, 100 Euro (Im Auftrag von Joe Maurer aus Marblehead, USA.
Zum Gedenken an meinen Großvater, ausgewandert 1906.)

Ruttner Rita und Johann, 50 Euro
Kelter Athanasius und Ger., 50 Euro
Ladislaus Szekeres Marg., 50 Euro
Schmidt Magdalena, 25 Euro


Das Spendenkonto:
HOG Jahrmarkt
Volksbank Reutlingen
IBAN: DE57 6409 0100 0422 8190 00
BIC: VBRTDE6R
Vermerk: Spende Kirche

Spenden für die Kirchenrenovierung

Tulpen